
10 Vorurteile über Introvertierte
Von Carl King
1. “Introvertierte reden nicht gerne.”
Das ist nicht wahr. Allerdings reden Introvertierte nicht wenn sie garnichts zu sagen haben. Sie hassen Small-Talk. Wenn es allerdings auf ein Thema kommt, das Introvertierte interessiert, hören sie tagelang nicht mehr auf zu reden. :-)
2. “Introvertierte sind schüchtern.”
Schüchternheit und Introvertiertheit sind zwei Paar Schuhe. Introvertierte haben nicht zwangsweise “Angst” vor Menschen. Sie brauchen lediglich einen Grund, um jemanden anzusprechen. Sie kommunizieren nicht, nur um zu kommunizieren. Wenn man einen Introvertierten ansprechen will: Einfach loslegen. Höflichkeitsfloskeln sind nicht nötig.
3. “Introvertierte sind unhöflich.”
Introvertierte sehen keinen Grund darin, um den heißen Brei herum zu reden und verzichten oft auf Geplänkel und Gescherze. Sie wünschen sich, dass jeder einfach authentisch und ehrlich ist. Leider ist das in zahlreichen Situationen unerwünscht, weshalb Introvertierte einen großen Druck verspüren, sich anzupassen, was sie als anstrengend und ermüdend empfinden.
4. “Introvertierte mögen keine Menschen.”
Introvertierte schätzen die wenigen Freunde, die sie haben, sehr. Sie können ihre echten Freunde an einer Hand abzählen. Wenn ein Introvertierter Sie als Freund betrachtet, haben Sie wahrscheinlich einen treuen Verbündeten fürs Leben gewonnen. Tiefgründige Menschen haben sehr gute Karten, einen Introvertierten als Freund zu gewinnen.
5. “Introvertierte gehen nicht gerne raus.”
Auch Introvertierte gehen gerne raus, allerdings nicht allzu lange. Da sie Situationen sehr schnell erfassen, müssen sie sich nicht lange wo aufhalten, um die Eindrücke in sich aufzunehmen. Sie würden dann gerne wieder nach Hause gehen, um ihre Batterien wieder aufzuladen und die Erlebnisse zu verarbeiten. Ausreichende Regeneration ist für Introvertierte von entscheidender Bedeutung.
6. “Introvertierte wollen immer alleine sein.”
Introvertierte fühlen sich mit ihren eigenen Gedanken sehr wohl. Sie denken viel und gerne. Sie arbeiten gerne an Problemen und ihren Lösungen. Aber sie können auch unglaublich einsam sein, wenn sie niemanden haben, mit dem sie ihre Entdeckungen teilen können. Sie sehnen sich nach echten, innigen und offenherzigen Beziehungen mit je einer Person auf einmal.
7. “Introvertierte sind sonderbar.”
Introvertierte sind meist Individualisten. Sie folgen nicht der Masse. Sie würden gerne für ihre originellen Lebenswege und -stile geschätzt werden. Sie denken eigenständig und hinterfragen deshalb oft “Normen”. Die wenigsten Entscheidungen treffen sie danach, was gerade beliebt oder modern ist.
8. “Introvertierte sind unnahbar.”
Introvertierte richten ihre Aufmerksamkeit lieber nach innen und achten sehr auf ihre Gedanken und Gefühle. Das heißt nicht, dass sie nicht mitkriegen würden, was um sie herum geschieht, sondern nur, dass ihre innere Welt für sie weit anregender und reicher ist.
9. “Introvertierte können sich nicht entspannen oder Spaß haben.”
Introvertierte entspannen normalerweise zuhause oder in der Natur, nicht an hektischen öffentlichen Orten. Introvertierte brauchen keine Action oder Nervenkitzel. Wenn zu viel Lärm oder Geplapper um sie herum ist, machen sie “dicht”. Ihre Gehirne reagieren sehr sensibel auf den Neurotransmitter Dopamin. Bei Introvertierten und Extravertierten “dominieren” sogar unterschiedliche Nervenbahnen.
10. “Introvertierte können sich ändern.”
Eine Welt ohne Introvertierte wäre eine Welt beinahe ohne Wissenschaftler, Musiker, Künstler, Dichter, Filmemacher, Ärzte, Mathematiker, Autoren oder Philosophen.
Dennoch gibt es zahlreiche Wege für Extravertierte, zu lernen, mit Introvertierten umzugehen. (Ich habe die beiden Begriffe bewusst vertauscht, um zu zeigen, wie voreingenommen unsere Gesellschaft ist.)
Introvertierte können sich nicht in Extravertierte verwandeln und verdienen Achtung für ihren natürlichen Charakter und ihren Beitrag zur Menschheit.
Eine Studie von Silverman aus dem Jahr 1986 zeigt sogar, dass der Prozentsatz an Introvertierten mit ansteigendem IQ zunimmt.
Introvertierte sollten unbedingt aufhören, sich selbst zu verleugnen, um sich einer von Extravertierten beherrschten Welt anzupassen.
Wie bei anderen Minderheiten besteht auch bei Introvertierten die Gefahr, dass sie sich selbst und andere aufgrund ihrer Abweichungen von der Mehrheit abzulehnen oder gar zu hassen beginnen. Das ist unnötig.
Introvertierte sind von entscheidender Bedeutung für unsere Gesellschaft und wir sind mehr, als wir selbst glauben, und Extravertierte müssen uns genauso anerkennen und respektieren wie wir uns selbst.
Es kommt nicht darauf an, dass wir Introvertierte “normal” werden, sondern dass wir selbstbewusst zu dem stehen, was uns ausmacht und die Fähigkeiten betonen, die uns innewohnen.
Wenn Sie glauben, introvertiert zu sein, ist es oft sehr hilfreich und belebend, sich mit anderen Introvertierten auszutauschen oder erstmal einfach nur mehr über das Thema zu lesen.
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Thank you, Carl, for the permission to translate your great article.
© alex-rubenbauer.de

10 Punkte zur Entwicklung der Persönlichkeit
Von Alex Rubenbauer
- Es hilft mir nicht, so zu tun, als wäre ich jemand, der ich nicht bin.
- Ich erreiche mehr, wenn ich ganz ich selbst sein kann.
- Wenn ich mich so akzeptiere, wie ich bin, ändere ich mich.
- Es ist höchst lohnend für mich, einen anderen Menschen akzeptieren zu können.
- Es ist wertvoll für mich, wenn ich mir erlauben kann, einen anderen zu verstehen.
- Es bereichert mich, Kanäle zu öffnen, durch die andere ihre Gefühle mitteilen können.
- Je offener ich bin, desto weniger muss ich die Dinge in Ordnung bringen.
- Ich kann meinen Erfahrungen trauen.
- Das Urteil anderer ist für mich keine Leitlinie.
- Das Leben ist ein fließender, sich wandelnder Prozess.
(aus: Carl R. Rogers: Entwicklung der Persönlichkeit: Psychotherapie aus der Sicht eines Therapeuten)
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Das Paradox unserer Zeit
Von Tendzin Gyatsho, dem 14. Dalai Lama
Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien;
mehr Annehmlichkeiten, aber weniger Zeit.
Wir haben mehr Diplome, aber weniger Verstand;
mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen;
mehr Experten, und mehr Probleme;
eine bessere Medizin, aber eine schlechtere Gesundheit.
Wir sind den ganzen Weg bis zum Mond und zurück gereist,
aber wir tun uns schwer, die Straße zu überqueren,
um unsere neuen Nachbarn zu begrüßen.
Wir haben bessere Computer entwickelt,
die immer mehr Informationen speichern können,
um mehr Kopien zu erzeugen, denn je zuvor,
aber wir kommunizieren weniger.
Wir setzen auf Masse und Quantität,
statt auf Klasse und Qualität.
Wir essen schnelles Fast Food,
aber brauchen lange um es zu verdauen;
Wir mimen die starken Männer,
aber unser Charakter ist verkümmert.
Wir machen riesige Gewinne,
aber keine Freundschaften.
Es ist eine Zeit in der viel im Schaufenster ist,
aber nichts im Raum.
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Was wir bereuen, wenn wir sterben
Von Alex Rubenbauer
- Am häufigsten bereuten die Menschen, dass sie nicht den Mut gehabt hatten, ihr Leben nach den eigenen Wünschen und Träumen auszurichten.
- Jeder männliche Patient bereute am Ende, zu viel gearbeitet zu haben, anstatt mehr Zeit mit seinen Kindern und Partnern zu verbringen.
- Offen und ehrlich zu seinen Gefühlen selbst dann zu stehen, wenn sie unangenehm für andere sein können, öffnet Räume für ehrliche und gesunde Beziehungen zu anderen und sich selbst.
- Die Dinge, die uns jetzt im Alltag davon abhalten, mit unseren Freunden zu sein, spielen am Ende des Lebens keine Rolle mehr. Liebe, Freunde und Beziehungen – das ist alles, was am Ende noch zählt.
- Viele Menschen hatten bis zum Ende nicht realisiert, dass lachen, froh und glücklich sein viel mit eigener Entscheidung zu tun hat. (…) Auf dem Sterbebett ist es egal, was andere von uns dachten, als wir Blödsinn gemacht hatten.
(Kompletten Artikel bei Geist und Gegenwart lesen…)
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Erich Fromm über die erotische Liebe
Von Erich Fromm
Liebe kann zu dem Wunsch führen, sich körperlich zu vereinigen; in diesem Fall ist die körperliche Beziehung ohne Gier, ohne den Wunsch, zu erobern oder sich erobern zu lassen, sondern sie ist voll Zärtlichkeit.
Wenn dagegen das Verlangen nach körperlicher Vereinigung nicht von Liebe stimuliert wird, wenn die erotische Liebe nicht auch Liebe zum Nächsten ist, dann führt sie niemals zu einer Einheit, die mehr wäre als eine orgiastische, vorübergehende Vereinigung.
Die sexuelle Anziehung erzeugt für den Augenblick die Illusion der Einheit, aber ohne Liebe lässt diese “Vereinigung” Fremde einander ebenso fremd bleiben, wie sie es vorher waren.
Manchmal schämen sie sich dann voreinander, oder sie hassen sich sogar, weil sie, wenn die Illusion vorüber ist, ihre Fremdheit nur noch deutlicher empfinden als zuvor.
Die klinischen Fakten zeigen unverkennbar, dass Männer und Frauen, die ihr Leben der hemmungslosen sexuellen Befriedigung widmen, nicht glücklich sind und sehr häufig unter schweren neurotischen Konflikten oder Symptomen leiden.
Die völlige Befriedigung aller triebhaften Bedürfnisse ist nicht nur kein Fundament des Glücks, sie garantiert nicht einmal seelische Gesundheit.
(Erich Fromm: Die Kunst des Liebens)
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