Minimalismus

 

06.06.2016

Digitaler Minimalismus

Von , Nürnberg
 

Digitalisierung ist immer dann minimalistisch und sinnvoll, wenn man zum Beispiel Papierkram, Fotos und Musik aufheben will oder muss, ohne seine Wohnung damit vollzustellen. Vernünftige Datensicherung vorausgesetzt, ist das von langer Dauer und sehr bequem und spart viel Platz und schont (z. B. bei Neuanschaffung von Musik) sogar die Umwelt.

Minimalistisch ist es aber nicht, alles, was irgendwie geht, zu digitalisieren und dann im Datenmüll zu ersticken. Ich habe letztens 800 abonnierte RSS-Feeds auf jetzt noch 30 reduziert, und 100.000 gespeicherte E-Mails auf 4.000. Ich nutze kein Twitter und keinen Facebook-Newsfeed mehr. Ich habe den Newsletter meiner Website eingestellt, benutze keinerlei Statistiken mehr zur Auswertung von Besucherzahlen und habe sogar den Code meiner Website entschlackt.

Man muss auch im Digitalen ein Bewusstsein für Minimalismus entwickeln, dem Prinzip der Datensparsamkeit folgen sowie dem universellen Minimalismus-Prinzip: Für jede neue Datei fallen zwei andere weg.

Es ist nicht minimalistisch, alles, was in der Offline-Welt bisher ganze Schränke voll an Platz gebraucht hat, einfach zu digitalisieren und dann vorzugeben, man sei Minimalist, weil man im Kopf ganz genau weiß, was da eigentlich alles auf seinen Schultern lastet.

Da ist man mit dem kleinen Notebook und der vollen Festplatte zwar gewissermaßen auf den ersten Blick mehr Minimalist als der mit den vollen Schränken statt der vollen Festplatte, aber was bringt es, wenn man dauernd nur vor dem Bildschirm sitzt, um sein digitales Messie-Dasein zu verwalten, und sich von dem Chaos und dem Überfluss weiterhin gestresst fühlt?

 

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