Minimalismus

 

09.04.2011

Wie ich fernsehe

Von
 

Letztens habe ich eine Sendung auf ARTE geschaut und sie in Twitter empfohlen, worauf jemand verwundert war, dass ich als Minimalist Fernsehen schaue.

Minimalismus hat viel mit Achtsamkeit zu tun und das Fernsehen, das man so kennt, läuft einem achtsamen Lebensstil diametral entgegen. Erstrecht dann, wenn es rund um die Uhr unnötigen Hintergrundlärm produziert. Und es stimmt: Was bei RTL & Co. über den Schirm läuft ist eher ein Prospekt für die Wiederauferstehung des Mittelalters.

Manche meinen, Minimalist sei, wer mit weniger als 100 Dingen lebt. Ich teile diese absolute Auffassung nicht. Für mich reicht es schon aus, mit möglichst wenigen Dingen zu leben, aber eben nur mit den für mich wichtigsten.

Das schließt das Fernsehen nicht zwangsweise aus, aber ich habe tatsächlich keinen Fernseher im klassischen Sinn. Ich hatte welche. Zwei sogar. Ich hatte auch am Computer schon mal drei Bildschirme. Alle vier habe ich nicht mehr.

Was ich aber habe ist ein kleiner USB-Stick, mit dem ich am Computer über DVB-T fernsehen kann. Damit spare ich mir einen teuren, klobigen Fernseher mitsamt Receiver und Satellitenschüssel und bin – bedingt durch nur einen Bildschirm – dazu gezwungen, mich für eine Tätigkeit zu entscheiden: Entweder konzentriere ich mich auf das Fernsehen oder auf einen Text, den ich gerade lese. Mit zwei Bildschirmen würde beides parallel laufen und ich würde von beidem nur die Hälfte mitkriegen.

Tagsüber läuft bei mir in der Regel gar kein Fernsehen. Abends schaue ich dann gelegentlich nach was sich für mich eignet und wenn nichts Gutes kommt, schaue ich nichts, sondern lese die meiste Zeit über. Meistens sind es sowieso eher Podcasts oder Sendungen, die auch als Podcast verbreitet werden, wie zum Beispiel Quarks&Co, die ich ansehe.

Man muss also nicht das Fernsehen an sich ablehnen, wenn es Sendungen gibt, die einen echten Genuss darstellen oder aus denen man etwas lernen kann. Genauso wird kein Minimalist Internetvideos an sich ablehnen. Es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Genauso wenig wie ich Talkshows schaue, schaue ich den ganzen Tag über hirnbefreite YouTube-Videos.

Es kommt beim Minimalismus nicht so sehr darauf an, was wir nutzen, sondern wie wir es nutzen.

 

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