Minimalismus

 

07.01.2012

Macht Konsum unglücklich?

Von , Nürnberg
 

“Ist das Loswerden von materiellen Dingen auch eine Art Konsumkritik, sprich, macht Konsum, das Besitzen von Dingen unglücklich?”

Minimalismus kann eine Art der Konsumkritik sein und ist es auch oft. Die Motive, warum manche mit einer einfacheren, minimalistischen Lebensweise beginnen, können zuerst von dem Wunsch nach Konsumkritik inspiriert sein, aber ich denke dass oft das Gegenteil vor sich geht:

Man merkt, dass man weniger braucht, zu viel um die Ohren hat, mehr “(Dinge) verwaltet” als wirklich lebt, dass es zu viel Quantität und zu wenig Qualität im eigenen Leben gibt.

Und in der Auseinandersetzung, in dem Prozess, beginnt man, aufmerksamer zu werden, zu verstehen, was in der Gesellschaft und ihrem Konsumwahn vor sich geht und distanziert sich dann erstrecht davon, wohl wissend, dass Konsum nicht glücklich macht, aber auch nicht zwangsweise unglücklich.

Ein glücklicher Mensch wird auch glücklich bleiben, wenn er gerne Sachen kauft. Er wird wahrscheinlich wissen, dass er sie nicht “braucht”, aber hat vielleicht Freude daran.

Ein unglücklicher Mensch dagegen wird davon nur temporär “glücklicher”, was aber eine Illusion ist, in Wahrheit wird er nur kurzzeitig von seinem Unglück, seiner inneren Leere, abgelenkt.

Ein unglücklicher Mensch, der das erkennt und “aufhört” zu konsumieren um zu kompensieren – also zu kaufen ohne wirklich etwas zu brauchen –, der schaut sein Unglück an und sagt sich “okay, hier muss ich was in meinem Innenleben, in meinem echten Leben, ändern, statt nur im Äußeren nach Befriedigung zu suchen”. Und wenn er dann ändert statt sich zu “betäuben” wird er wieder glücklicher werden.

 

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