Minimalismus

 

21.04.2012

Bedürfnisse unterscheiden, Fehlkäufe vermeiden

Von
 

Ich unterscheide zwei Arten von Bedürfnissen: Echte und eingebildete.

1. Das Bedürfnis, etwas zu kaufen, was einem ständig schon im Kopf umhergeht, weil man es ganz einfach braucht, ist ein echtes Bedürfnis. Es ist für einen persönlich wichtig oder sogar dringend, wie zum Beispiel Lebensmittel. Man weiß ganz genau was man braucht und wie viel davon, weil es fehlt. Auch ohne vorher Werbung dafür gesehen zu haben weiß man: “Ich brauche eine Glühbirne, sonst sehe ich am Abend nichts mehr.”

2. Das Bedürfnis, etwas zu kaufen, wodurch man erst durch Werbung aufmerksam gemacht wurde. Dieses Bedürfnis kann man vollständig ignorieren, denn man hat davor nichts vermisst. Man glaubt zwar, ab dem Zeitpunkt, wo man die Werbung gesehen hat, etwas zu vermissen, aber es ist in Wahrheit kein Bedürfnis, sondern ein Wunsch, der nach einiger Zeit von selbst verschwindet. Natürlich wäre es “irgendwie ganz nett” ein iPad zu haben, weil es “ja doch ganz cool ist und jeder es hat”. Aber braucht man es? Besteht ein echter Bedarf? Als es noch kein iPad gab, war mein Leben dadurch mit einem Mangel versehen? Konnte ich wesentliche Dinge nicht erledigen?

In der ersten Kategorie wissen Sie von sich aus – ohne dass Sie jemand Drittes z. B. durch Werbung darauf hinweist – dass Sie eine bestimmte Sache anschaffen müssen, weil diese eine tatsächlich vorhandene Lücke schließt, einen Mangel beseitigt.

Auf die zweite Kategorie kamen Sie meist nicht von sich aus, sondern durch Werbung, und erst, nachdem Sie die Werbung gesehen haben, denken Sie: “Da sind jetzt Sitzsäcke im Angebot. Wäre doch ganz nett einen zu haben.” Und dann stellen Sie fest, dass Sie nie darauf sitzen. (Ich spreche aus Erfahrung.)

Geben Sie nur dem ersten Bedürfnis nach, niemals dem zweiten.

 

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