Persönlichkeitsentwicklung

 

08.01.2011

Wofür ich dankbar bin

Von , Nürnberg
 

Abitur nach der zwölften Klasse und dann ganz schnell noch ein Bachelor-Studium. Was klingt wie der schnellste Weg in ein erfolgreiches Arbeitsleben, produziert in Wahrheit Massen unzufriedener Menschen, die nie Zeit hatten, darüber nachzudenken, was sie eigentlich wirklich wollen. (fluter Nr. 36)

Ich bin 22. Ich habe jetzt erst angefangen mein Abitur an der Abendschule nachzuholen und fühle mich zeitweilig auch mal schlecht deswegen. Mir war seit der Hauptschule klar, dass ich einmal selbstständig sein will, danach ging ich noch auf die Wirtschaftsschule.

Anschließend wurde ich sozusagen gesellschaftlich dazu genötigt, eine Ausbildung zum Bürokaufmann zu machen, was ich aber nur deshalb zugelassen habe, weil ich wusste, noch immer keine Idee zu haben, mit der ich als Selbstständiger Erfolg haben könnte (die Ausbildung wurde dankenswerterweise vorzeitig abgebrochen – ich habe wohl zu viele Fragen gestellt).

Die letzten Jahre habe ich weniger damit verbracht, irgendetwas zu “leisten”, was man im gesellschaftlichen Konsens als Leistung betrachten würde, wie zum Beispiel Abschlüsse (Schule, Ausbildung, Studium, etc.) oder “wenigstens” ein gutes und geregeltes Einkommen zu erzielen als vielmehr danach zu suchen, was mich wirklich dauerhaft glücklich und erfolgreich zugleich macht.

Es war für mich kein passender Ausbildungsberuf dabei und auch kein Studium, dem ich mich mit Herzblut hätte widmen können. Gut, vielleicht Volkswirtschaftslehre, aber begeistert hat mich das auch nicht und ohne Abitur hätte ich ohnehin nicht studieren können.

Und so ging meine Suche noch ein paar Jahre weiter, nach dem, was mich wirklich motiviert, was mich als Person anspricht, was mir einen tiefen Sinn gibt und womit ich nicht nur mir selbst einen großen Gefallen tue sondern auch anderen helfen kann.

Mittlerweile hat sich die Ungewissheit und das zwischenzeitliche Ausprobieren diverser Geschäftsideen ausgezahlt.

Jetzt weiß und spüre ich, dass ich Psychologie studieren werde und als Psychotherapeut arbeiten werde. Außerdem werde ich Artikel und Bücher über psychologische Themen schreiben.

All das, was mir in den letzten Jahren wirklich Spaß gemacht und mein Interesse geweckt hat; das, womit ich mich Tag und Nacht beschäftigen kann, hat mit Psychologie zu tun.

Und das Beste: Damit lässt sich auch noch Geld verdienen und ich muss nicht einmal gegen den gesellschaftlichen Konsens ankämpfen (auch wenn ich bereit wäre, es zu tun).

Was ich damit sagen will: Habt den Mut, erstmal auszuprobieren, nehmt euch die Zeit, in euch hinein zu hören, “verschwendet” meinetwegen Zeit, wenn es nötig ist.

Das ist immer noch besser als irgendwann in der Lebensmitte, wenn die Familie ernährt werden will und Haus und Auto abbezahlt werden sollen, mit Burnout zu tun zu kriegen und in eine Sinnkrise zu stürzen.

 

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